Miron Zownir london seven eight

Miron Zownirs London ist seltsam und dunkel, aber keinesfalls bösartig. 1978 und 80 scheinen seine Menschen noch Zeit und Raum zu haben, jenseits des Primats der Lohnarbeit. Es ist bevölkert von behäbigen alten Leuten, Berbern, allerlei Auswanderern und Punks. Die Stadt hat noch ausreichend Platz für sie alle. Der Raum, den Zownir in seinen Bildern eingefangen hat, ist großzügig unnd weit. Die Personen, die dem jungen Fotografen zustoßen, scheinen so ganz auf ihren Liegenwiesen und Friedhofsbänken, in Hinterhöfen und Cafés aufgehoben zu sein. Die aufkommende Finsternis in diesen Weiten scheint so, als befänden wir uns auf der Schwelle zu Thatchers neoliberalem Großbrittanien.

Diese 51 schwarzweißen Fotografien gehören zum frühesten Werk dieses Fotografen, der in späteren Jahrzehnten für seine ausgeprägte Empfindsamkeit gegenüber den Menschen, die an den Rändern der Gesellschaften in Berlin, New York, Moskau, Kiew und Bukarest leben, noch berühmt werden sollte. Die Geschichte wird stets von den Gewinnern geschrieben und es sind ihre Porträts, die sie als Reklame für ihre Welt mit sich führen. Zownir stößt seinen Figuren mit seiner Kamera zu, aber er ist es auch, der ihr Abbild errettet.

 

Eröffnung 24.7. 2021 | 16:00

Mona Mur: Those Days Are Over | 21:00
Spoken Word Performance mit Gedichten von Miron Zownir /

Galerie K'

Alexanderstraße 9b

28203 Bremen

www.k-strich.de

 

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